Freitag, 8. Oktober 2021

Rückreise

Ouuu, manohman! Sind wir alle müde und erschöpft. Nach einer halb durchwachten Nacht – nein, weder Schnaps und Bier noch Karaoke – treffen wir uns kurz nach sieben Uhr im Frühstücksraum, einer nach der anderen… eine nach dem anderen glücklichst, dass es allen wieder gut geht. Ein letztes Mal (für diese Mal!) passieren wir die kleinen Shops und Läden voller Plastik und Schrott – «ein Grossteil der Güter, die auf den italienischen Markt kommen, ist nur als Transit deklariert, aber wie durch Magie wird bei Zoll aus dem Transitvermerk eine Einfuhrerlaubnis» und schon liegen sie im Laden aus Zolltax- und Steuerbefreit –, werfen einen begeisterten Blick auf die Früchte- und Gemüseauslagen, balancieren unsere Turnschuhe vorbei an Hundekot und aufgeweichten Pappdeckeln, schlängeln uns an einer aufheulenden Kühlerhaube vorbei, um, leicht erhitzt trotz kühler Morgenluft, die Metropolitana 1 zu erreichen. Ein Wahnsinn, dieser Verkehr: eine Ausweitung der Kampfzone bis unter die Haarwurzeln, denn ohne mindestens zwei Adrenalinschübe vom Hostel bis zur Metro geht gar nichts. Aber wir haben es geschafft (um dann eine knappe Stunde später doch noch die letzten Meter auf dem Perron mit Adrenalinhöchststand und mit roten Köpfen zurückzulegen – es dauerte ewig, bis die neuen Sitzplatz-Reservationen gemacht waren (Herr Moor ist in der Zwischenzeit zum Superneapolitaner mutiert: sprach er vor der Reise sehr gut italienisch, so singsangspricht er es jetzt fast perfekt :-) ). Nun sitzen wir wieder im Zug, lassen die «Weizenfelder und die reihenweise auf den Feldern gepflanzten Pappeln» an uns vorbeiziehen, dösen vor uns hin, schreiben am Reiseblog und spielen Skat – vor allem aber lässt die eine, der andere von uns die wunderschönen, erlebnisreichen, anregenden und ganz zum Schluss auch höchst aufregenden vier Tage an ihrem, an seinem geistigen Auge vorüberziehen… Danke, habt ihr euch uns anvertraut, danke, seid ihr so eine tolle Klasse, bestehend aus neunzehn (auch Sie, Daniel!) spannenden, vielseitigen, anregenden und tiefgründigen Persönlichkeiten. Mir hat die Napoli-Reise mit euch viel, viel Freude gemacht! STB Zitate aus: Johann Wolfgang Goethe «Italienische Reise Teil II» / Roberto Saviano «Gomorrha»

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