«Napoli Sotterranea» bringt uns am Montag-Mittag in eine verborgene Welt. 40 Meter unter der Altstadt von Napoli gelangen wir in eine Unterwelt, welche eine bewegte Geschichte zu erzählen weiss. Zuerst wurden hier von Sklaven Steinblöcke geschlagen, welche dann via Schächte an die Oberfläche gebracht wurden, und aus welchen grosse Teile der Stadt aufgebaut wurden. Diese grossen Schächte wurden dann als Aquädukt verwendet, welche total eine Länge von über 400 Kilometern aufwiesen und bis 1884 in Betrieb blieben. In diesem Jahr starben an Cholera über 7000 Menschen, so dass die Wasserversorgung neu organisiert werden musste. Als letzte Funktion dienten die grossen und tiefen Kammern während des zweiten Weltkrieges als Bomben-Bunker, in welche sich die Bewohnenden der Stadt flüchteten, um sich zu schützen.
Und nun dient diese Unterwelt den Besucherinnen und Besucher
der Stadt als Attraktion, welche eindrücklich zu besuchen ist.
So gehen wir über eine lange Treppe nach unten und wir
merken schnell, dass es viel kühler ist als das spätsommerliche Wetter an der
Oberfläche. Wir beschreiten die Kammern, welche eindrücklich gross sind. Einige
der alten Schächte, durch welche die Steine an die Oberfläche gebracht wurden,
sind offen geblieben, da sie während des Krieges als Belüftungsschächte
dienten. Meist lagen diese in der Nähe von Kirchen, in der Hoffnung, dass diese
nicht bombardiert werden würden, was jedoch leider eine trügerische Sicherheit
war.
In einer der Kammern passiert ein Experiment, bei welchem
Pflanzen gezüchtet werden, ohne dass sie gewässert werden. Es wurde künstliches
Licht installiert, jedoch ist die Luftfeuchtigkeit hier unten so hoch, dass die
Pflanzen gut gedeihen.
Im Anschluss wird es eng. Wir passieren sehr enge Kanäle,
welche Teil des Wasserversorgungsnetzes waren, und gelangen in Wasserkavernen,
welche immer noch gefüllt sind. Allerdings nicht mehr für die Wasserversorgung
der Stadt, sondern nur noch um uns aufzuzeigen, wie wir uns vorstellen können,
dass es hier aussah.
Diese ganze Unterwelt ist ein eindrückliches Gassengewirr,
in welchem man sich bestens verlaufen könnte ohne Anweisung.
Nachdem wir wieder oben angekommen sind, geht es noch zu
einem zweiten Ort. Wir gehen durch einen Hauseingang, der sehr unscheinbar wirkt.
Hier war das Haus einer Besitzerin, die einen Weinkeller hatte – welcher sich
als Teil eines alten römischen Theaters herausstellte. Rund 40 Häuser stehen
heute noch auf den Überresten dieses Theaters. So dass schlicht die neue Stadt
auf der alten aufgebaut wurde.






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