W4b@Napoli 2021
Die Klasse W4b der Kantonsschule Enge weilt im Rahmen der Studienwoche 2021 im Oktober für eine Woche in Napoli. Lesen Sie hier aus den Erlebnissen während ihres Aufenthaltes.
Donnerstag, 28. Oktober 2021
Mafia
Die italienische Mafia ist eine Bezeichnung für eine italienische Unterform des organisierten Verbrechens. In Italien gibt es nicht nur eine bestimmte Mafia, es gibt mehrere Untergruppen, sogenannte Clans. Die Clans in Neapel und in der Region dort, heissen Camorra. Immer mehr Leute, vor allem Jugendliche in Neapel schliessen sich der Camorra an, da eine sehr hohe Arbeitslosigkeit existiert. Die Mafia bietet ihnen Arbeit an. Die Mafia in Neapel ist sowieso eine bedeutende ökonomische Kraft der Stadt, was wir auch am Hafen gesehen haben, als Frau Stoll uns erklärte, dass die Mafia praktisch den ganzen Hafen kontrolliert. Die Beschäftigungsfelder der Camorra liegen vor allem beim Drogen-/ und Waffenhandel, bei der illegalen Müllentsorgung und bei der Schutzgelderpressung. Wir haben herausgefunden, das letzteres bei sehr vielen Läden in der Stadt der Fall ist. Schon am ersten Tag in Neapel sind wir immer wieder einem bestimmten Symbol begegnet: einem roten Herz, mal als Plakat, mal als Leuchtschild. Auch wenn wir es nicht zu 100% wissen, gehen wir davon aus, dass dies ein Zeichen gegen die Mafia ist, sozusagen: Wir lassen uns nicht erpressen! Es ist sehr mutig, so ein Zeichen zu setzten, da allen bewusst ist, dass man sich so in Gefahr bringt. Die Mafia kennt keine Rücksicht.
Quelle: Wikipedia
Sonntag, 10. Oktober 2021
Pompeji
Am Mittwochvormittag besuchten wir Pompeji eine antike Stadt, welche durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. zerstört wurde. Goethe schrieb über den Untergang Pompejis: “...dass diese Steine und Asche eine Zeitlang wolkenartig in der Luft geschwebt, bis sie endlich über diesem unglücklichen Orte niedergegangen.”
Durch den Ausbruch des Vesuvs, eines noch heute aktiven Vulkans, wurde die Stadt gänzlich mit Asche überdeckt. Mehr als 2000 Menschen verloren dabei ihr Leben. Aufgrund von starken Erdbeben wurde jedoch ein grosser Teil der Bevölkerung noch vor dem Vulkanausbruch evakuiert. Durch die Asche wurden die Gebäude der Stadt konserviert. Heute ist Pompeji eine der besterhaltenen römischen Städte und ist eine beliebte Sehenswürdigkeit in Italien. Die Stadt, in der um die 20 000 Menschen lebten, verfügte über Tempel, Thermalbäder und ein Amphitheater. Pompeji ist eine grosse und eindrückliche Stadt, die einem in die Antike zurückversetzt.
Quellen:
https://www.planet-wissen.de/geschichte/antike/das_antike_rom/pwiepompeji100.html#Ausbruch
https://www.vulkane.net/lernwelten/schueler/historisch1.html
Freitag, 8. Oktober 2021
Neapel Geschichte
Neapel ist eine sehr große Stadt, an deren Ort schon zur Zeit der Römer eine Grossstadt war. Das Spannende dabei ist, dass die Menschen mit der Zeit, auf der alten Stadt die “neue” Stadt gebaut haben. Das bedeutet Neapel steht auf einer alten römischen Stadt. Bereits im achten Jahrhundert vor Christus wurde in der Landschaft des heutigen Neapels eine griechische Stadt gegründet. Angeblich soll das Gebiet sogar noch früher bereits besiedelt worden sein. Später aber, wurde die griechische Stadt verlassen, und die Griechen gründeten eine neue Stadt (Napolis=„Neue Stadt“). 327 vor Christus wurde Napolis von den Römern erobert.
So sind noch heute teilweise alte römische Gebäude unter den napoletanischen Häuser zu finden. Dies war auch bei unserem Besuch ins Souterranea Napolis zu sehen. In einer scheinbar normalen Wohnung, konnte man über den Kellereingang in ein altes römisches Amphitheater reingehen. Ebenso bestehen unterhalb der Stadt zahlreiche Tunnelsysteme (ehemals Wassersysteme) die irgendwann trocken gelegt wurden. Während des zweiten Weltkrieges wurde dieses Tunnelsystem als Bunkeranlage genutzt.
Nun zur Gegenwart. Neapel ist eine Stadt wie keine andere. Die Menge an Geschichte ist kaum greifbar. Das erste an das man denkt, wenn man Napoli hört, ist wohl der Vesuv. Seine Geschichte ist die von Napoli selbst. Einst ein grosser Vulkan der in all seiner Pracht über die Stadt wacht und zugleich auch deren Untergang war. Vor knapp zwei tausend Jahren explodierte er und nahm ca. zwei tausend Menschenleben mit sich. Sowohl die Grösse des Vulkanes als auch Geschichte und Leben von Napoli wurden zerstört. Ironischerweise brachte die Zerstörung die Faszination von vielen für die Stadt.
Jedoch kann die Faszination für die Stadt auch kippen. Dies ist der Mafia zu verdanken. Sie kontrolliert viele Läden, den Hafen und möglicherweise sogar die Metro. Egal wo, aber die Mafia hat überall ihre Finger um Spiel in dieser wunderschönen Stadt. Insbesondere Scampia, ein Viertel in Napoli, traf es durch die Mafia schwer. Sie liegt im Verruf durch die Mafia. Angeblich sollen viele Fusssoldaten der Mafia aus dieser Gegend kommen. Dies ist einer Mafia-Fernsehserie zu verdanken, die dort gedreht wurde. Aber Gerüchte haben immer ein Stück Wahrheit. Aber nicht nur dies. Die Mafia kontrolliert auch die Müllabfuhr. Liegt viel Müll auf der Strasse, so kommen weniger Touristen, da sie sich unwohl fühlen und somit die Personen, die vom Tourismus leben, und ihre Existenz bedrohen.
Aber Napoli ist viel mehr wie einfach nur Vesuv und Mafia, dies durften wir aus eigenerer Hand erfahren.
Egal wo wir assen, das Essen war sensationell. Ich kann mich an kein einziges Mal besinnen, an dem wir schlecht assen. Aber eine Stadt besteht nicht einfach nur aus Essen und einer wunderschönen Architektur sondern auch aus ihrem Bewohnern. Die Neapolitaner*innen sind sehr offene Menschen. Die meisten sind offen und lassen sich auf ein kurzes und zum Teil lautes Gespräch ein. Insbesondere die Taxifahrer wissen, wie man die Gäste unterhält. Die Strassen sind lebendig und lassen einen wirklich in die Stadt eintauchen, auch wenn man ab und zu fast von einem 13 Jährigen Vespafahrer umgefahren wird!
Quelle: https://neapel.viva-italia.it/Wissenswertes/Geschichte_Neapel.php
Rückreise
Ouuu, manohman! Sind wir alle müde und erschöpft. Nach einer halb durchwachten Nacht – nein, weder Schnaps und Bier noch Karaoke – treffen wir uns kurz nach sieben Uhr im Frühstücksraum, einer nach der anderen… eine nach dem anderen glücklichst, dass es allen wieder gut geht. Ein letztes Mal (für diese Mal!) passieren wir die kleinen Shops und Läden voller Plastik und Schrott – «ein Grossteil der Güter, die auf den italienischen Markt kommen, ist nur als Transit deklariert, aber wie durch Magie wird bei Zoll aus dem Transitvermerk eine Einfuhrerlaubnis» und schon liegen sie im Laden aus Zolltax- und Steuerbefreit –, werfen einen begeisterten Blick auf die Früchte- und Gemüseauslagen, balancieren unsere Turnschuhe vorbei an Hundekot und aufgeweichten Pappdeckeln, schlängeln uns an einer aufheulenden Kühlerhaube vorbei, um, leicht erhitzt trotz kühler Morgenluft, die Metropolitana 1 zu erreichen.
Ein Wahnsinn, dieser Verkehr: eine Ausweitung der Kampfzone bis unter die Haarwurzeln, denn ohne mindestens zwei Adrenalinschübe vom Hostel bis zur Metro geht gar nichts. Aber wir haben es geschafft (um dann eine knappe Stunde später doch noch die letzten Meter auf dem Perron mit Adrenalinhöchststand und mit roten Köpfen zurückzulegen – es dauerte ewig, bis die neuen Sitzplatz-Reservationen gemacht waren (Herr Moor ist in der Zwischenzeit zum Superneapolitaner mutiert: sprach er vor der Reise sehr gut italienisch, so singsangspricht er es jetzt fast perfekt :-) ). Nun sitzen wir wieder im Zug, lassen die «Weizenfelder und die reihenweise auf den Feldern gepflanzten Pappeln» an uns vorbeiziehen, dösen vor uns hin, schreiben am Reiseblog und spielen Skat – vor allem aber lässt die eine, der andere von uns die wunderschönen, erlebnisreichen, anregenden und ganz zum Schluss auch höchst aufregenden vier Tage an ihrem, an seinem geistigen Auge vorüberziehen…
Danke, habt ihr euch uns anvertraut, danke, seid ihr so eine tolle Klasse, bestehend aus neunzehn (auch Sie, Daniel!) spannenden, vielseitigen, anregenden und tiefgründigen Persönlichkeiten. Mir hat die Napoli-Reise mit euch viel, viel Freude gemacht! STB
Zitate aus: Johann Wolfgang Goethe «Italienische Reise Teil II» / Roberto Saviano «Gomorrha»
«Da ist ja Capri! Da ist ja Sorrent! Gerd, hier bleiben wir!»
Effi Briests Worte anlässlich ihrer Hochzeitsreise in Süditalien gaben uns, Reto Moor und mir, die Richtung vor für unseren freien Nachmittag. Die Tore von Pompeij im Rücken, die Zugschienen nach Neapel vor den Füssen der Jungen wissend, verabschiedeten wir uns von der Klasse und tuckerten Richtung Zitronenhaine. Sind Neapel buntes Chaos und Pompeij staunende Ehrfurcht, so ist Sorrent das blühende Paradies hoch über den Wellen des Golfs von Neapel! Man flaniert heute wie vor einhundertfünfzig, ja wie vor zweihundertfünfzig Jahren durch die von Prachtvillen gesäumten Gassen, erfreut sich der dunkelroten Hibiskussträucher, der gelben und orangefarbenen Punkte im grünen Kugelrund und der sich leise im Winde bewegenden Palmwedel.
Am besten aber gefiel uns der Blick hinüber nach Capri, unserer Traumdestination, und aufs Meer, hinaus in die Weiten, «da wir denn die herrlichen Ansichten links und rechts neben uns liegen sahen».
Der Gegensatz zwischen dem vor Hektik beinahe rauchenden Neapel mit seinem permanenten Hupkonzert und dem lieblichen, sehnsüchtig in die Ferne schauenden Sorrent war für uns mehr als greifbar. Wir erfassten ihn, genossen für ein paar Stunden die Ruhe in Sorrent und bestiegen dann ein Passagierschiff, das uns in die Grossstadt zurückbrachte.
STB
Zitate aus: Theodor Fontanes «Effi Briest» / Johann Wolfgang Goethe «Italienische Reise Teil II»
Vulkanismus in der Region um Napoli
Neapel ist zweifellos bekannt für den Vesuv, aber was viele nicht wissen, ist, dass das vulkanische
Geschehen in Neapels Umgebung nicht nur im Vesuv stattfindet. 20 Kilometer westlich des Vesuvs
befinden sich die sogenannten Campi Flegrei: dabei handelt es sich um vulkanische Felder, die als
Supervulkan eingestuft werden. Die gesamte Fläche des Gebietes umfasst rund 150km² und ist 458
Meter hoch, dessen Entstehung auf Explosionen vor 36000 und 15000 Jahren zurück geht. Der 1281
Meter hoche Vesuv hingegen, ist so wie er heute zu sehen ist, erst 79 n. Chr. entstanden. Er besteht
aus des Überresten eines älteren Vulkans, des Somma, dessen Spitze bei der Explosion 79 n. Chr.
eingestürzt ist. Bei der selben Explosion wurde auch die berühmte römische Stadt Pompeji
verschüttet, welche durch den Ascheregen bis heute sehr gut erhalten ist.
Quellen:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pompeji
https://www.friedrich-verlag.de/geographie/geologie-geomorphologie/phlegraeische-feldersupervulkane-als-unterrichtsthema/
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Phlegr%C3%A4ische_Felder
https://www.google.com/amp/s/www.planetwissen.de/geschichte/antike/das_antike_rom/pwiepompeji100.amp
Capri
Auf der Schiffsfahrt nach Capri hatten wir eine Menge Spass, vor allem draussen. Jedoch waren ein paar seekrank und konnten die Fahrt nicht so geniessen (Eric hat sogar gebetet).
Bei der Ankunft mussten wir alle erstmal verschnaufen. Dann ging es mit der Seilbahn hinauf und wir hatten eine wunderschöne Aussicht auf die Insel. Wir machten uns auf den Weg die Insel zu erkunden. Der Rundgang war erlebnisreich und wir haben tolle Insta Bilder gemacht. Jedoch war der Rückweg sehr anstrengend mit vielen Treppen. Nachmittags machten wir einen Stopp im Restaurant und assen sehr teuer (Touristenpreise).
Zum Schluss schlenderten wir ein bisschen herum und nahmen das Schiff um 5 Uhr zurück nach Neapel mit keinen seekranken Kameraden.
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